KOSMODROM im Theater Kosmos Bregenz

05.03.2014

Vertikales Spiel mit dennoch breiter Wirkung (VN Christa Dietrich, 22. März 2014)

Da verlässt man also den Zug einmal nicht in Fahrtrichtung links oder rechts, sondern steigt nach oben. Wenn Autorinnen – aufgefordert, ihre Sicht auf Vorarlberg zu verarbeiten –, unkonventionelle Zugänge wählen, dann dürfen Bühnenbildner und Regisseure nicht passen. Das Publikum im Kosmodrom (der jungen Schiene des Theaters Kosmos) bringt jedenfalls auch der Titel „OberUnterOderLand“ keineswegs durcheinander, es war gestern mit Bildern konfrontiert, mit denen Linda Achberger und Sarah Rinderer auch ins Unterbewusste führen und die in der szenischen Umsetzung von Stefan Pohl (Regie) und Caro Stark (Ausstattung) eine überraschende Entsprechung finden.

Achberger (von der auch der nebenstehende Text stammt) und Rinderer hatten, wie berichtet, unabhängig voneinander Kurzdramen verfasst, die aneinandergeschweißt wurden. Kosmodromkurator Stephan Kasimir hatte sein Duo offenbar mit guten Kenntnissen über deren Schreibart gewählt, denn dass das derart bruchlos vonstatten geht, war nicht zu erwarten. Dabei stellt Sarah Rinderers Zugfahrt in „Zwischenstopp“ die Schauspielerinnen Dagmar Rohm und Alina Bachmayr-Heyda vor eine ziemliche Herausforderung. Poesievolle Sequenzen und pragmatische Einschübe – das könnte holprig werden, gelingt aber ebenso passabel wie das Vorwärtsdrängen und Zurückhalten, das Linda Achberger in ihrer Mutter-Tochter-Szene mit Titel „Was wir wirklich wollten“ fast klischeefrei hinkriegt. Für beide waren es die ersten Schritte auf der Bühne. Das spürt man, kommt aber nach 45 anregenden Minuten zum Schluss, dass Kosmos Autorenförderung betreibt, die man gerne beobachtet.

"OberUnterOderLand" im Kosmodrom

Premiere Fr 21. und Sa 22 März 2014 | 20 Uhr

Linda Achberger
"Was wir wirklich wollten"
und
Sarah Rinderer "Zwischenstopp"

Regie: Stefan Pohl | Ausstattung: Caro Stark | Kosmodrom-Kurator Stephan Kasimir
Darstellerinnen: Alina Bachmayr-Heyda | Dagmar Rohm
anschließend Kosmodrom DJ-line